Pressemitteilung
In der Vollversammlung der Verfassten Studierendenschaft der Universität Konstanz am 4. Dezember 2025 wurde über das Thema militärische Forschung an der Universität Konstanz diskutiert. Mit 160 teilnehmenden Studierenden verzeichnete die Veranstaltung die höchste Beteiligung seit mehreren Jahren. Die rege Teilnahme unterstreicht die große Bedeutung dieser Fragestellung unter der Studierendenschaft.
Im Verlauf der Vollversammlung wurde die besondere Verantwortung der Universität betont, während die bestehenden Verfahren zum Umgang mit Forschungsfreiheit und potenziellen Forschungsrisiken als unzureichend eingestuft wurden. Die Studierenden stimmten mit großer Mehrheit drei Anträgen zu.
Zum einen fordern sie die Universität Konstanz auf, sich eine Zivilklausel zu geben. Das heißt, eine Selbstverpflichtung, keine Forschung zu militärischen Zwecken zu betreiben. Zudem soll der verantwortungsvolle Umgang mit Forschungsfreiheit und Forschungsrisiken klarer, konkreter und transparenter geregelt werden.
Darüber hinaus wird eine Anpassung des Verfahrens der Kommission „Verantwortung in der Forschung“ verlangt. Künftig sollen alle Drittmittelprojekte, die mit einer neuen Institution zustande kommen, durch die Kommission geprüft werden. Bei Institutionen oder Unternehmen, die im Rüstungssektor tätig sind, sollen verpflichtende Einzelprüfungen erfolgen. Projekte in solchen Bereichen sollen nur nach ausdrücklicher Genehmigung der Kommission durchgeführt werden dürfen.
Obwohl Forschung im militärischen Kontext an der Universität Konstanz aktuell nur in geringerem Maße stattfindet, besteht bei der aktuellen Finanzlage insbesondere nach Wegfall des Exzellenzstatus die Gefahr, dass Kürzungen durch neue Kooperationen oder Forschungsvorhaben kompensiert werden sollen. Angesichts unruhiger Zeiten soll sichergestellt werden, dass Hochschulen ein Ort der friedlichen Forschung bleiben. Aber auch heute schon ist Transparenz über die aktuelle Lage geboten.
„Die hohe Teilnehmendenzahl zeigt das große Interesse an dem Thema. In der Diskussion und den Abstimmungen hat sich dann ein erstaunlich klares Bild von der Meinung der Studierenden zu dem Thema ergeben. Wir sehen das als klaren Appell an die Hochschulleitung und den Senat und werden uns nun entsprechend dafür einsetzen“, erklärt Dominik Shrestha, Vorsitzender der Studierendenvertretung (StuVe) und Sprecher des Forschungsausschuss der StuVe, der für dieses Thema zuständig ist.
Unter folgendem Link stehen Angehörigen der Universität Konstant die Sitzungsunterlagen der Vollversammlung zur Verfügung: https://www.stuve.uni-konstanz.de/vv-sitzungsunterlagen/. Darin enthalten sind ein Dossier mit Hintergrundinformationen zur Zivilklausel und ihre Geschichte an der Universität Konstanz, die Anträge im Wortlaut samt Begründungen sowie das Protokoll der Vollversammlung.
Kontakt:
Vorsitz der Studierendenvertretung (StuVe) – stuve.vorsitz@uni-konstanz.de
